Die KfW-Effizienzhausprogramme

Wer heute ein Massivhaus baut, möchte auch in Zukunft kostensicher und komfortabel wohnen – möglichst unabhängig von kommenden Energiepreissteigerungen. Daher ist für viele Bauherren ein geringer Energiebedarf inzwischen ein wichtiges Kriterium bei der Wahl ihres neuen Zuhauses. Dies hat zwei entscheidende Vorteile: ein schlüssiges Energiekonzept schont den eigenen Geldbeutel und ist gut für die Umwelt.

In der Hausbau-Branche werden heute eine Vielzahl von Energiestandards zur Bezeichnung von Gebäuden verwendet, wobei nicht jeder Standard auch wirklich eine qualitative Aussage leistet. Beispielsweise ist der Begriff ‚Niedrigenergiehaus‘ nirgendwo verbindlich definiert. Bezeichnet also ein Hersteller ein Gebäude als ‚Niedrigenergiehaus‘, so kann ein Kunde daraus keinerlei Rückschlüsse auf das tatsächliche Einsparpotenzial ableiten.

Anders sieht es bei Begriffen KfW-Effizienzhaus, Passivhaus oder Plus-Energie-Haus aus. Hier existieren klar festgelegte Grenzen für den Heizwärmebedarf oder den Primärenergiebedarf. Zusätzlich kennzeichnet das Gütesiegel Effizienzhaus der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) gutachterlich geprüfte Wohngebäude mit einem besonders niedrigen Energiebedarf.

Das Gütesiegel Effizienzhaus bestätigt, dass der berechnete Energiebedarf des Gebäudes nach Fertigstellung deutlich niedriger ist als gesetzlich gefordert. Bauherren erhalten mit dem Siegel ein verlässliches Auswahlinstrument, ohne sich mit technischen Details der Bauausführung beschäftigen zu müssen. Um das Gütesiegel zu erhalten, muss dieser in einem von der dena entwickelten, qualitätsgesichertem Verfahren nachgewiesen werden. Man kann sich also darauf verlassen: Wo Effizienzhaus drauf steht, ist auch Energieeffizienz drin!

Dena-Gütesiegel Effizienzhaus

Für Bauherren, deren Häuser die Anforderungen der Energieeinsparverordnung erfüllen, können vor Beginn der Bautätigkeiten zinsgünstige Darlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Diese Darlehen besitzen eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber „herkömmlichen“ Krediten, die von Banken etwa bei der Finanzierung von Bauvorhaben bereitgestellt werden.

Wer sich also zum Bau oder Kauf eines solchen Hauses entschließt, kommt in den Genuss der KfW Förderung. Grundlegend gilt: Je höher die Energieeffizienz des Gebäudes, umso attraktiver ist die Förderung!

KfW-Effizienzhaus 70

Das ‚KfW-Effizienzhaus 70‘ kommt mit 70 Prozent des Energiebedarfs eines vergleichbaren Gebäudes (Referenzgebäudes) aus. Der Transmissionswärmeverlust muss 15 Prozent unter dem Wert der Referenz liegen. Das KfW 70 Haus ist nach derzeitiger Energieeinsparverordnung sowohl durch Maßnahmen bei einem Hausbau als auch bei einer Sanierung förderwürdig.

Konkret bedeutet dies: Bauherren können einen zinsgünstigen Kredit bei der KfW auf 50.000 Euro pro Wohneinheit beantragen. Diesen Kredit gibt es dann zu vergünstigten Zinsen und zu besonderen Koditionen.

KFW-Effizienzhaus 55

Ein KfW-Effizienzhaus 55 benötigt nur 55 Prozent der Energie, die ein Neubau in Deutschland maximal verbrauchen darf. Der Transmissionswärmeverlust liegt bei 70 Prozent im Vergleich zum Referenzgebäude.

Hier wird neben dem vergünstigten Zinsdarlehen von der KfW-Bank auf 50.000 Euro pro Wohneinheit ein Darlehenszuschuss von 5%, also 2.500 Euro gewährt.

KfW-Effizienzhaus 40

Ein KfW-Effizienzhaus 40 benötigt nur 40 Prozent der Energie, die ein Neubau in Deutschland maximal verbrauchen darf. Hier sind gesonderte und detailliertere Berechnungen des Hauses gefragt – aber auch dies kann sich lohnen:

Neben dem vergünstigten Zinsdarlehen von der KfW-Bank auf 50.000 Euro pro Wohneinheit wird beim Effizienzhaus 40 ein Darlehenszuschuss von 10%, also 5.000 Euro gewährt.

Die Richtwerte werden der Energiesparverordnung (EnEV) entsprechend circa alle zwei  bis drei Jahre angepasst. Um diese sehr guten Werte zu erreichen, werden in der Regel folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Die bauliche Hülle des Gebäudes wird sehr hoch wärmegedämmt. Fenster und Türen sind dabei dreifach verglast und nach der Sonne ausgerichtet, damit über das Dach und die Fenster Wärme gewonnen wird.
  • Es wird eine primärenergieeffiziente Heizungsanlage eingebaut, teilweise unter Ausnutzung von natürlichen Energiequellen wie z.B. Solar
  • Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung sorgt dafür, dass über 80 % der abgeführten Energie in der Raumluft wieder als Wärme zur Verfügung gestellt wird. Diese Wohnraumlüftung ist bei Kern-Häusern bereits im Standard enthalten (alle Ausstattungslinien).

Bei weiteren Fragen hierzu wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Kern-Haus Fachberater oder nutzen die Energieberatung für Kern-Haus-Kunden.