Unser Traum vom Haus
Vor circa zwei Jahren entschieden wir uns ein eigenes Haus zu bauen. Am Anfang stand die Frage für welchen Haustyp wir uns entscheiden sollten. Es ging von Stein auf Stein bis hin zu Fertighäusern. Da wir uns danach noch immer nicht so recht einig waren, entschlossen wir uns ein Häuschen vom Architekten planen zu lassen. Diese Entscheidung war der größte Fehler, den wir je machen konnten. Das Haus war zwar schön, aber mit 180 m² nicht ganz das, was wir haben wollten. Also ging die Suche weiter. Durch eine Anzeige in den Mittelmoselnachrichten kamen wir an die Firma Kern-Haus.
Nach einem ersten Treffen mit Herrn S. nahm dann alles seinen Lauf. Am Anfang zog sich die ganze Sache jedoch sehr schleppend hin und wir überlegten, ob dies nun der richtige Weg war. Die Probleme begannen, als wir mit den Erdarbeiten begonnen hatten. Der Anruf des Bauleiters, dass noch eine Frostschürze einbetoniert werden müsste und dies mit Mehrkosten von ca. 2500€ verbunden sei, brachte uns dann auf die Palme. Das ärgerliche an der ganzen Sache war nämlich, dass die Finanzierung bereits abgeschlossen war und das Bodengutachten ja schon lange genug der Bauleitung vorlag. Die sollte aber nur ein Problem von wenigen sein.
Ende November kam dann der Bautrupp für die Bodenplatte. Wir waren ein wenig überrascht als „nur“ zwei Mann ausstiegen, doch meine Überraschung sollte in Staunen umschlagen, denn mittags um 15.15 Uhr war die Bodenplatte fertig und der Bautrupp rückte ab. Wenige Tage später rückte dann der Hausbautrupp an. An dieser Stelle ein großes Lob an die Firma S&S. Wir haben während der restlichen Bauzeit keine so „coolen“ Arbeiter mehr gehabt. Nach zwei Tagen hat der Rohbau gestanden und dann rückten die Zimmerleute an. Von diesem Tag an gehörten kleine Unfälle zum Baualltag. Nachdem der verletzte Finger dann mit ein bisschen Mull und Pflaster ging es weiter. Ansonsten wurde sauber und zügig gearbeitet. An dieser Stelle sollten unserer Meinung nach die Bauherren nochmals mündlich darüber informiert werden, dass das Holz nur Kesseldruckimprägniert ist und ein Anstrich so schnell wie möglich erfolgen sollte (vor allem solange das Gerüst noch steht J).
Nahtlos übergehend kamen dann die Dachdecker und mit ihnen Fehler Nummer 2 und 3. Die Zimmerleute hatten die Dachbreite nicht richtig eingehalten. Daher mussten die Dachdecker den Dachüberstand auf jeder Seite um 4 cm kürzen, wobei wir davon nicht sehr begeistert waren, aber es war ja nun mal nicht zu ändern.
Das dritte Problem entstand in der Dachgaube, was sich aber erst später heraus stellte. Die Arbeit der Dachdecker war ordentlich und wir begeistert, denn als das Dach gedeckt war hat es angefangen zu regnen. Bis dahin hatte der Rohbau keinen Tropfen Wasser abbekommen. Danach rückten die Fensterbauer an und durch sie wurde Fehler 3 aufgedeckt. Die Dachdecker hatten in der Gaube ein 5er Kantholz aufgenagelt, damit sie mit ihrem Pfannenmaß hinkamen, jedoch hatten zwischenzeitlich die Fensterbauer gemessen und somit war das Spitzfenster 5 cm zu groß. Es musste wieder ein neues Fenster angefertigt werden. Außerdem waren einige Fensterbänke verkratzt, die aber gegen neue ausgetauscht wurden. Dies war Problem Nummer 4. Es hat jedoch alles reibungslos geklappt, sodass zu Weihnachten der Bau fast dicht war.
Nun schlug unsere Stunde, denn wir konnten mit dem Dämmen der Dachsparren und der Kehlbalkenlage beginne, was auch zügig erledigt war. Anschließend haben wir die Unterlattung angebracht, wodurch es nahtlos in den Aufbau der Leichtbauwände überging. Da wir jede freie Minute am Bau verbrachten, egal ob Sonn- oder Feiertag, um unsere Arbeiten zu erledigen, kam es zu keiner Verzögerung. Ich glaube der Bauleiter war überrascht, dass es so schnell ging, sodass in der ersten Januarwoche die Handwerker wieder antanzen konnten.
Dies war dann auch so und die Verputzer standen an, um den Innenputz zu machen. Nachdem das erledigt war, mussten wir leider feststellen, dass schon wieder Fensterbänke verkratzt waren. Das war Problem 5, welches jedoch schnell und zu unserer Zufriedenheit beseitigt wurde. Zwischenzeitlich wurde der Gastank gefüllt und die Leitung bis in den HW-Raum verlegt. Es rückten die Heizungsbauer an, die zügig und zu unserer Zufriedenheit die Rohinstallation erledigten. Danach kamen die Elektriker und Problem 6. Beim abtrennen eines Rohres wollte der Monteur wohl testen, wie widerstandsfähig so eine Gasleitung ist und schnitt sie an. Die Reparaturrechnung wurde aber problemlos durch die Elektrofirma übernommen.
Nun konnten wir dann unsere Trennwände endlich fertig machen. Es folgte der Estrich und mit ihm einige Unstimmigkeiten sowie Problem 7. Nachdem der Estrich gegossen war, begann die Diskussion, ob er abgeschliffen werden muss oder nicht. Der eine sagte so und der andere sagte so, wodurch wir nicht wirklich schlauer wurden. Durch den Bauleiter wurde uns versichert, dass nicht abgeschliffen werden muss, was mit einer Bescheinigung des Herstellers unterlegt werden sollte. Statt der Bescheinigung kam ein Estrichleger und hat den Boden dann doch abgeschliffen, was letztendlich besser war, da sich an den Dehnungsfugen der Türen doch einige Höhenunterschiede eingeschlichen hatten. Nach einer langen Zeit des Wartens (2 Wochen) haben wir dann begonnen die Rigipsplatten zu spachteln.
Die Endinstallation der Elektrik und der Heizung wurde problemlos durch die Firmen erledigt. Anschließend ging es dann ans Tapezieren, Streichen und Fliesenlegen, wo wir unseren Ideen freien Lauf lassen konnten. Auch die Verputzer kamen unterdessen und brachten den Außenputz auf. Diesen haben wir dann direkt noch gestrichen, wodurch wir nun die nächsten Jahre Ruhe haben.
Beim Putzen der Fenster entdeckten wir einige Kratzer in verschiedenen Scheiben, was wir umgehend unserem Bauleiter meldeten. Die Fensterfirma kam erneut, um die Scheiben auszumessen. Zwei Wochen später war der Termin zur Montage der neuen Scheiben, jedoch mussten wir feststellen, dass der Zollstock beim Ausmessen der Scheiben wohl defekt war, da die Balkontürscheibe nicht passte. Es wurde neu ausgemessen und dieses Mal passte dann die Scheibe.
Der Umzug brachte noch mal ein wenig Chaos mit sich, was sich aber wohl in den nächsten Wochen erledigen wird. Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, die noch zu erledigen sind, haben wir die meisten Arbeiten im Haus abgeschlossen. Wenn das Wetter jetzt mal beständig bleibt, geht es an die Autogarage und dann an die Außenanlage.
Die Entscheidung mit Kern-Haus zu bauen war der richtige Weg. Wir haben Ende November mit der Bodenplatte begonnen und sind Anfang April eingezogen. Das macht eine Bauzeit von 138 Tagen incl. Trocknungsphasen, Wochenenden und Feiertagen, wo wir natürlich auch arbeiteten.
Es war zwar eine anstrengende Zeit, aber es hat sich gelohnt. Wo gehobelt wird, da fallen Späne, was in unserem Fall die Probleme waren, aber Späne kann man wegkehren, wie bei uns auch die Probleme beseitigt wurden.
Zum Schluss noch ein großes Lob an alle beteiligten Firmen für Ihre Arbeiten und natürlich auch an unseren Bauleiter Herr S., der jederzeit für unsere Anliegen da war. Außerdem möchten wir und bei unserer Finanzierungsbank und unserem Finanzberater für die sehr gute und reibungslose Zusammenarbeit bedanken.
Mit freundlichen Grüßen
Familie D.